Einführung - Wofür das Longieren gut ist
Für alle Pferde, seien es Dressur-, Spring- oder
Freizeitpferde, empfiehlt es sich sie ein bis zwei Mal pro Woche zu
longieren.
Dabei geht es in erster Linie um die Gymnastizierung des Pferdes.
Ähnlich wie bei der Dressur soll der Rücken
aufgewölbt werden. Die Muskulatur soll gedehnt werden und das Pferd wird
geschmeidiger werden.
Bei diesem Training fehlt die Belastung durch das Reitergewicht und so muss
das Pferd nur sich selbst ausbalancieren.
Um die Wirbelsäule tragfähig zu erhalten, brauchen wir eine funktionierende
Rücken und Bauchmuskulatur. Wie beim Menschen auch (fragen Sie mal
Ihren Orthopäden oder Krankengymnasten) braucht man eine ausgebildete Bauch
und Rückenmuskulatur um die Wirbelsäule des Pferdes in ihrer natürlichen
Form zu halten. Wenn nur der Rücken trainiert wird und die Bauchmuskulatur
schlaff bleibt, fällt automatisch die Wirbelsäule nach unten durch. Die
Rückenmuskulatur ist nicht dazu da sie nach oben zu ziehen.
Daher muss auch auf die Ausbildung der Bauchmuskulatur Wert gelegt werden.
Diesen Effekt erziele ich am besten durch
Cavalettiarbeit. Wenn man genau hinschaut, wenn ein Pferd über Cavalett
tritt, kann man erkennen wie die Bauchmuskulatur in Bewegung ist und
arbeitet.
Inhaltsverzeichnis
Zur Ausrüstung des Longierens gehört:
| Für das Pferd:
|
Für den Longenführer: |
- Trense oder Kappzaum
- ggf. Longierbrille
- Sattel oder Longiergurt
- Hilfszügel wie Chambon ,Gogue, Halsverlängerer, Wiener Zügel (Ausbinder
sind nicht so geeignet da sie ein Vorwärts-, Abwärtsgehen des Halses
nur bedingt zulassen)
- Gamaschen
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- Longe
- Longierpeitsche
- Handschuhe
- festes Schuhwerk
- die Stimme
|
| Hilfszügel, Longe und Gamaschen sowie Gurt und Trense
müssen korrekt angebracht werden wie das folgende Bild demonstriert: |

|
Das Longieren selbst sollte auf einer Fläche von mindestens
14m Durchmesser stattfinden. D.h. die Longe sollte dem Pferd erlauben
mindestens 7 m vom Longenführer entfernt zu sein.
Warum? Enge Bögen belasten die Gelenke!
Probieren Sie es doch mal aus. Laufen Sie im Joggingtrab auf einem 2-3 m
Kreis. Schnell werden Sie merken wie sehr ihre Gelenke durch die hohen
Zentrifugalkräfte dabei belastet werden.
Ebenso ergeht es dem Pferd, wenn der Kreisdurchmesser unter 10-12 m sinkt.
Man muss sich dabei auch noch vergegenwärtigen, dass das Pferd ja auch noch
in Biegung gehen muss.
Je kleiner der Kreis, um so größer die Biegung. Auch das macht die
Muskulatur immer nur einen begrenzten Zeitraum mit, bevor sie überlastet
wird.
Also merke: Mindestens 7m Radius für die Longe.
Das Pferd soll immer gleichmäßig lang und oft in beiden
Richtungen longiert werden, um eine gleichmäßige Gymnastizierung zu
erreichen. Die Longenarbeit sollte nie über 30-35 Minuten ausgedehnt
werden.
So erzielt man dann einen Muskel fördernden, aufbauenden und lösenden
Effekt.
Auch beim Logieren sollte man das Pferd erst einmal
mindestens 10 Minuten im Schritt gehen lassen bevor die richtige Arbeit
beginnt um sicherzustellen, dass sich bereits die nötige Gelenkschmiere
gebildet hat.
Die ersten 5-10 Minuten in dieser Schrittphase sollte man auf den Hilfszügel
verzichten, um dem Pferd erst einmal ein ungezwungenes Dahinschreiten zu
erlauben.
Dann verschnallt man den jeweiligen Hilfszügel so, dass der Nasenrücken des
Pferdes - wenn das Genick der höchste Punkt ist - gerade 1-3 cm vor
der Senkrechten steht. Der Hals soll sich dabei nach oben aufwölben.
Longierarbeit ist überwiegend Trab und Galopparbeit.
Es geht darum das Pferd im Takt zu einer losgelassenen, im Rücken
schwingenden und fleißig aus dem Hinterbein tretenden Bewegung zu
veranlassen. Takt bedeutet hier, dass das Pferd sowohl vom Raumgriff gleich
große Tritte als auch von der Zeit her gleich lange Tritte macht. Dabei geht
es gleichmäßig im Zwei- oder Dreitakt.
Der Hals bewegt sich dabei zuerst vorwärts - abwärts. Dadurch lockert sich
die Muskulatur.
Arbeiten an der Longe dient zur Besserung der
Losgelassenheit, zum Muskelaufbau und zum Festigen des Taktes. Das Pferd
soll gut auf den Longenführer eingestimmt werden und so verbessert sich auch
das Vertrauensverhältnis zwischen beiden.
Mit der Doppellonge schließlich kann man an der Versammlung
arbeiten. Dieses Thema beschreibe ich aber in einem späteren Kapitel.
Hilfen - Wie bringe ich mein Pferd
dazu an der Longe das zu tun, was ich möchte
Das wichtigste Hilfsmittel ist dabei unsere Stimme. Durch
die Stimme veranlasst man in Verbindung mit Peitschenhilfen das Pferd im
Schritt, Trab und Galopp zu laufen. Sie dient auch dazu das Pferd
aufzuforden in eine andere Gangart zu wechseln.
Die Longe bleibt dabei immer in guter Verbindung zum Pferdemaul und darf
niemals am Boden aufschleifen.
Die Longierpeitsche zeigt auf die Sprunggelenke.
Der Longenführer steht so, dass er ganz leicht von hinten zum Bauch des
Pferdes steht.
Hilfen damit Pferd mehr vorwärts tritt
Durch ein Heben der Peitsche ggf. auch ein von hinten nach
vorne auf das Pferd Zuschwenken der Peitsche soll das Pferd mehr zutreten.
Hilfen für schnellere Gangarten
Die Stimme soll über "Terapp oder Galopp Marsch!" das
Kommando für die schnellere Gangart geben. Die Longierpeitsche unterstützt
dabei die Stimme.
Hilfen für langsamere Gangarten
Durch ein Senken der Longierpeitsche Richtung Boden und ein
"Scheeeeritt!" (Gedehnt ausgesprochen) oder "Teeeeerab!" bringt man das
Pferd in die nächst niedrigere Gangart.
Es kann auch nötig sein - wie beim Reiten selbst- leichte zupfende
Bewegungen an der Longe auszuführen, um dem Pferd das Ganze
verständlich zu machen. Es reicht dabei die Hand wie beim Ausdrücken eines
Schwammes zu bewegen.
Die Stimme
Die Stimme ist ein ganz wichtiges Instrument beim Longieren.
Wenn ein Kommando zum Vorwärtsgehen dient, sollte es von der Stimmlage her
aufmunternd oder anfeuernd klingen.
Soll sie zur Verringerung des Tempos eingesetzt werden, sollte man einen
tiefen, ruhigen und zum Ende hin absinkenden Ton wählen.
Es gibt folgende Möglichkeiten:
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